Zur Wiederholung des Orgelkonzerts in der Lutherkirche vom 09.09. am 26.09. in der Gedächtniskirche Speyer schrieb die dortige Presse:

Als vortrefflicher Virtuose mit attraktivem Programm hat der Organist Christian Schmitt sich am Dienstagabend in der Speyerer Gedächtniskirche vorgestellt. Der Kantor der Wormser Lutherkirche war der Solist in einem Konzert des rheinland-pfälzischen Orgelsommers.

Schmitt hatte seltene Werke aus Renaissance und Frühbarock mitgebracht, darunter die Fantasie "Ein feste Burg ist unser Gott" von Michael Praetorius. Kräftige Register, reich verzierte Ausschmückung und farbig belichtete Variationen umgaben diesen Choral. (...)

Aus Johann Walters 1525 in Worms herausgegebenem "Geistlichen Gesangbüchlein" spielte der Organist drei Stücke, mit deren ruhig expressiven Harmonien er in eine versunkene Welt führte. Imposant war insbesondere das Schlussstück "Festum nunc celebre" mit seinen kraftvollen Klängen.

Ein reiches Panorama eröffnete der Musiker in Buxtehudes Toccata in d-Moll. So erweckte er den norddeutschen Stil mit seinen Formen- und Gestenwechseln, virtuosen Abschnitten, ruhigen Einschüben, vergnügten Zwischenspielen und erhebenden Plenoteilen zum Leben. Mit aparten Registern und spielerisch verzierungsreichem Elan erfüllte Schmitt Matthias Weckmanns Choralbearbeitungen "Nun freut euch, lieben Christen gmein". Dessen improvisatorischen Charakter verstärkte er mit elastisch geformten Linien und Beschleunigungen.

Mit August Gottfried Ritters dritter Sonate präsentierte der Wormser ein virtuoses Werk aus der deutschen Romantik. In mächtigem Vorwärtszug und drängendem, spielfreudigem Elan entwickelte der Organist heiter-verspielte Qualitäten und mystische Tiefe. Virtuos stürmend, in mitreißender Verve und heroischem Gestus kam das Finale. Schmitt baute dabei großartige Klangpracht in imposanter Architektur auf.

Drei Choralbearbeitungen Max Regers verlieh er einen ruhig-spannungsreichen Zauber, bevor er schließlich zwei Choral-Improvisationen von Sigfrid Karg-Elert ans Programmende stellte. Deren aparte Harmonik belichtete Schmitt mit viel gestalterischer Spannkraft und erlesener Registrierung - in dem ruhig expressiven "Aus tiefer Not" ebenso wie in dem gewaltig aufgetürmten "Ein feste Burg ist unser Gott". Große Energien entlud der Preisträger internationaler Wettbewerbe dabei bis zum triumphalen Ende.

 

 

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