Freitag, 25.09.2020, 20.00 Uhr, Lutherkirche

     

    Luthersalon:

    Utopien vom Rand der Geselschaft

    Der Wormser Schriftsteller und Astrologe Peter Bender

    Mit Volker Gallé

    Der Wormser Schriftsteller Peter Bender wurde im Lutherjahr 1921 wegen Gotteslästerung angeklagt. Er hatte zwei Jahre zuvor unter dem Namen "Wormser Menschengemeinde" eine Religionsgemeinschaft gegründet, die sich in Anknüpfung an die Freiwirtschaftslehre von Silvio Gesell, dem "Volksbeauftragten für Finanzen" in der Münchner Räterepublik, dafür einsetzte, die Familienarbeit von Frauen durch die Gesellschaft zu finanzieren, um eine freie Liebe zwischen Paaren zu ermöglichen. Er verknüpfte eine romantische Deutung der Dreiecksbeziehung von Siegfried, Kriemhild und Brunhild im Nibelungenlied als Wormser Lokalmythos mit der Idee eines pazifistischen Rheinstaates. Mit Angriffen auf das nationalprotestantische Familienbild seiner Zeit verknüpft veröffentlichte er diese Gedanken zur 400. Wiederkehr des Wormser Reichstags von 1521 in einem Flugblatt. Das brachte ihm Anklage, Verurteilung und ein psychiatrisches Gutachten ein. Volker Gallé stellt diese Ereignisse im Zusammenhang der Biografie Benders vor.

    Aufgrund der gegebenen Umstände findet der Abend nicht wie gewohnt im Luthersaal, sondern in der Kirche statt. Es stehen 120 Sitzplätze zur Verfügung. Auf das beim Luthersalon sonst übliche Beisammensein bei Wein und Brezeln muss verzichtet werden.

    Eintritt frei

    Kostenbeitrag am Ausgang 

 


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